Ein langer Weg zurück

Header.jpgAls ich im Jahr 2008 angefangen habe mich immer stärker für die Fotografie zu interessieren, wusste ich nicht wohin sie mich führen würde. Dass es ein teurer Spaß wird, dagegen war ich mir allerdings sicher. Nun blicke ich zurück und stelle fest, dass ich gewissermaßen wieder da angekommen bin wo ich vor 9 Jahren meine Reise begann.

Wie viele andere fand auch ich den Zugang durch mein damaliges Handy. Vorher galt ich als äußerst fotoscheu und eher desinteressiert an Bildern. Doch irgendwann fingen die unzähligen Fotos im Internet an den Wunsch in mir zu säen selber solche Fotos zu machen. Von Anfang an hatte ich dabei weniger Interesse an den Menschen, sondern viel mehr der Natur und den anderen kleinen unscheinbaren Dingen im Leben.

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Bildbearbeitung fand bei mir nicht statt bis ich mir meine erste digitale Spiegelreflex-Kamera zulegte. Die Möglichkeiten die einem die Raw-Entwicklung versprachen waren einfach zu verlockend. Zudem schwören die Profis ja auch drauf und wenn die Kamera es hergibt, möchte man schließlich auch das „Optimum“ aus ihr herausholen. Bildbearbeitungsprogramme wurden ausprobiert, Testberichte gelesen und Tutorials studiert. Ich wurde immer anspruchsvoller was die Software und den damit möglichen Ergebnissen betraf. Über dieses „Optimumstreben“ werde ich in all den Jahren immer wieder stolpern.

Mit den ersten brauchbaren Bildern wollte ich diese natürlich mit der Welt teilen. Über klassische Social-Media Seiten und Fotoforen landete ich schließlich auf Fotoplattformen wie Flickr oder 500px. Nach der ersten Euphorie trat ziemlich schnell Ernüchterung ein. Das Feedback was ich bekam war spärlich gesät. Ich begann mich an den Stars der Szene zu orientieren. Mich begeisterte der Stil mit denen sie ihre Fotos bearbeiteten. Die Resonanz verbesserte sich. Allerdings entfernte ich mich immer weiter von meinen eigenen Ansätzen und machte mehr und mehr das was auf Flickr und Co erfolgreich war. Meine Fotos wurden nach allen Regeln der Kunst bearbeitet und verfremdet. Das Bild aus der Kamera bzw. das Original hatten nur noch wenig mit dem Endergebnis gemein. Ich verstand es gewissermaßen aus Sche… Gold zu machen. Dachte ich zumindest. Nachfolgendes Bild sollte das besser veranschaulichen.

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Nach heutigen Gesichtspunkten empfinde ich dieses Foto als tot bearbeitet. Ironischerweise heimste ich damit den größten Ruhm auf den Fotoplattformen ein und das Bild hängt auch heute tatsächlich noch in unserem Flur. Allerdings begriff ich erst viel zu spät, dass Erfolg auf solchen Plattformen nicht zwingend was mit Qualität oder schönen Fotos zu tun hat.

Rückblickend muss ich mir selbst eingestehen, dass ich damals wesentlich schlechter Fotografieren als Bilder bearbeiten konnte. Doch in Wirklichkeit beherrschte ich wahrscheinlich beides nicht!

Ich spürte, dass sich was verändern musste und ich erkannte, dass ich inzwischen mehr Zeit vor dem PC als hinter der Kamera verbrachte. Meine Fotos sollten wieder authentischer sein. Sie sollten nicht als Einzelwerke, sondern als Serie wirken.

Ich begann mich intensiver mit meiner damaligen Nikon D700 auseinander zu setzen. Mein Ziel war es, Voreinstellungen zu finden welche ansprechende Bilder direkt aus der Kamera produzierten. An irgendeinem Punkt hakte es allerdings immer. Mal passte der Weißabgleich nicht, der Kontrast war zu flau oder die Farben wirkten einfach unnatürlich. Der Umweg über den Raw Entwickler blieb weiter essentieller Bestandteil in meinem Workflow.

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In dieser Zeit tauchten die ersten Berichte und Fotos der damals brandneuen Fujifilm Kameras auf. Der Weißabgleich und die Jpeg Engine sollten sehr gut harmonieren und sehr schöne Bilder direkt aus der Kamera zaubern. Genau danach hatte ich gesucht. Der damalige hohe Preis in Verbindung mit diversen Kinderkrankheiten, ließ mich allerdings noch von einem Kauf zurückschrecken.

Ein paar Jahre später war es dann aber doch endlich soweit und ich konnte eine neue Fujifilm X Pro 1 nebst Fujinon 35mm 1.4 mein Eigen nennen. Nachdem ich meine Einstellungen für die Kamera gefunden hatte, liefert sie genau das, was ich von ihr erhofft habe.

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Versteht mich bitte nicht Falsch! Die Nikon D700 war und ist eine unglaublich tolle Kamera. Aber mit den Jahren entfernten wir uns langsam voneinander.

Mit der Fuji fand ich zudem einen völlig neuen Zugang zur Fotografie. Es fühlt sich im wahrsten Sinne des Wortes so an, als sei eine Last von meinen Schultern gefallen. Die Leute schenken mir wieder weniger Beachtung, wenn ich mit der kleinen Systemkamera unterwegs bin. Aus dieser Ruhe heraus, mache ich mir wieder vor der Aufnahme Gedanken, was ich denn eigentlich mit dem Foto ausdrücken möchte. Zudem kann ich mich so mehr darauf konzentrieren meinen Bildern einen übergeordneten Sinn in Form von Serien etc. zu geben. Die Arbeit vor dem Monitor konnte ich außerdem wieder auf ein Minimum beschränken.

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Gewissermaßen bin ich nun wieder da, wo ich vor 9 Jahren meine Reise begonnen habe. Ich bin aus dem ganzen Bildbearbeitungssumpf aufgetaucht,  habe Erfahrungen gesammelt und mich immer wieder auf den weg gemacht meine ganz eigene Komfortzone zu verlassen.

War es das alles Wert um wieder nach Hause zu finden?

Ich bitte euch!

Es ist immer schön wieder daheim zu sein!

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